Juristin mit Fleckfieber infiziert Rattenplage im Rathaus von L.A.

Sie knabbern Teppiche an und nisten in Topfpflanzen: Das Rathaus von Los Angeles wird von einer Rattenplage heimgesucht - und schuld daran könnte ausgerechnet die Polizei sein.

Das Rathaus von Los Angeles
imago/ robertharding

Das Rathaus von Los Angeles


Das Rathaus von Los Angeles - bekannt aus Filmen wie "Chinatown" oder "L.A. Confidential" - hat ein Rattenproblem. Um der seit Monaten anhaltenden Plage Herr zu werden, ließ die Verwaltung Teppichböden herausreißen, Fallen aufstellen und Räume ausräuchern - bislang vergebens.

Mitglieder des Stadtrats berichten, die Nagetiere würden sich in dem 91 Jahre alten Gebäude nach Herzenslust ausbreiten. Sie nisteten sich in Topfpflanzen ein, nagten an Teppichen und hinterließen Kot auf mehreren Stockwerken.

Flöhe in den Teppichen als mögliche Ursache

Der Stadtratsvorsitzende Herb Wesson brachte vergangene Woche deshalb eine Resolution ein, um "den Umfang des Ungeziefers festzustellen und die Schädlingsbekämpfung zu überprüfen". Er empfahl, sämtliche Teppiche aus dem 27-stöckigen Art-déco-Hochhaus zu entfernen. In seinem Büro im vierten Stock seien so viele Flöhe und anderes Ungeziefer im Teppich gewesen, dass er diesen bereits habe herausreißen lassen.

Die Stadt-Juristin Elizabeth Greenwood ist überzeugt, dass sie wegen der Ratten im vergangenen November an Fleckfieber erkrankte. "Es war schrecklich. Ich dachte, dass ich sterben würde und wusste nicht, was mit mir los war", sagte sie dem örtlichen CBS-Sender.

Nicht der erste Fleckfieber-Ausbruch in Los Angeles

Vertreter der Stadt vermuten den Abriss des gegenüberliegenden Parker Centers, des ehemaligen Hauptquartiers der Polizeibehörde von Los Angeles, als Ursache der Rattenplage. Es ist jedoch nicht der erste Ausbruch von Fleckfieber in der Stadt: Bereits im vergangenen Jahr brach die Krankheit mehrheitlich unter Obdachlosen im Stadtgebiet aus. Damals wurden der Gesundheitsbehörde 64 Fälle gemeldet, im Jahr 2017 waren es insgesamt 67 - doppelt so viele wie in den vorherigen Jahren.

Im Stadtgebiet von L.A. leben offiziellen Angaben zufolge mehr als 30.000 Menschen ohne festen Wohnsitz, viele kampieren in Zelten unter Brücken oder an Schnellstraßen und Bahnlinien. Sie haben kaum Zugang zu Toiletten und Waschräumen. Fleckfieber gilt in westlichen Industrienationen als weitgehend ausgerottet, ist mit mangelnder Hygiene und Armut assoziiert und tritt vor allem in Entwicklungsländern auf.

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Armut in den USA: Ohne Obdach

Die Krankheit wird von Flöhen, die zum Beispiel im Fell von Ratten und Straßenkatzen zu finden sind, übertragen. Zu den Symptomen gehören plötzlich auftretendes Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Die Krankheit ist jedoch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Video: Wenn die Natur zurückschlägt - Invasion der Ratten und Termiten

ZDFE

ene/AFP

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