Umstrittener Volksbühnen-Intendant Chris Dercon wird Leiter des Grand Palais

Seine Berufung sorgte für massiven Protest: Chris Dercon trat nach nur fünf Monaten als Intendant der Berliner Volksbühne zurück. Jetzt hat der Belgier einen neuen Job - in Paris.

Chris Dercon
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Chris Dercon


Er wurde in deutschen Theaterkreisen als Agent der Gentrifizierung wahrgenommen - als Intendant der Volksbühne trat Chris Dercon nach massiven Protesten im April zurück. Jetzt hat er eine neue Beschäftigung:

Wie belgische und französische Medien melden, wurde Dercon zum Direktor des Grand Palais in Paris ernannt. In dem zur Weltausstellung 1900 erbauten Ausstellungsgebäude veranstalten die staatlichen Museen der französischen Hauptstadt wechselnde Schauen, die von rund zwei Millionen Besuchern pro Jahr gesehen werden. Es untersteht dem Kulturministerium des Landes.

In Berlin war Dercon von Anfang an mit Widerwillen und offenem Hass konfrontiert, seit im April 2015 bekannt wurde, dass er als Nachfolger von Frank Castorf die Volksbühnenintendanz übernehmen sollte. Viele Fachleute hielten es für falsch, dass Dercon, der vorher in Rotterdam, München und London als Museumschef tätig war, Chef eines herausragenden deutschsprachigen Theaters werden sollte.

Seit Dercons Rückzug leitet Klaus Dörr die Volksbühne - sein Vertrag als Interimschef läuft bis 2020. Zuvor war er stellvertretender Intendant des Stuttgarter Schauspiels.

Korrektur: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Klaus Dörr sich bereits vor dem Rücktritt von Chris Dercon um das Programm der Volksbühne gekümmert habe - das ist nicht richtig. Wir haben den Fehler korrigiert.

eth/feb



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