Klima-Aktivisten Schüler stören im EU-Parlament

Sie fordern mehr Engagement gegen die Erderwärmung: Jugendliche haben ihren Protest ins EU-Parlament getragen - und riefen laut vom Zuschauerbereich aus ins Plenum.

Protestierende Schülerinnen und Schüler in Berlin (am 1. März 2019)
DPA

Protestierende Schülerinnen und Schüler in Berlin (am 1. März 2019)


Die Sprechchöre kamen lautstark von den Zuschauerrängen: "Was wollen wir? Klima-Gerechtigkeit! Wann wollen wir sie? Jetzt!" Mit diesen Worten haben mehrere Dutzend Schüler, die sich für Klimaschutz einsetzen, am Mittwoch ihren Protest ins EU-Parlament in Straßburg getragen.

Zuvor hatten die Europaabgeordneten über den Klimawandel debattiert. Nach Angaben der Grünen im EU-Parlament waren zur Sitzung auch 60 Vertreter der europäischen Schülerbewegung für den Klimaschutz zu Besuch.

Den Angaben zufolge war auch die schwedische Schülerin Greta Thunberg eingeladen, die unter dem Motto "Fridays for Future" seit Wochen freitags für den Kampf gegen den Klimawandel demonstriert, statt zur Schule zu gehen. Die Grünen hätten vorgeschlagen, dass sie vor dem Plenum spricht. Die Initiative sei aber am Widerstand einer Gruppe von Liberalen, Konservativen und Rechten im Parlament gescheitert, hieß es.

Dem Protest von Schülern aus der ganzen Welt haben sich mittlerweile auch Klimaexperten angeschlossen: Mehr als 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen in einer gemeinsamen Stellungnahme die Bewegung "Fridays for Future".

"Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht", sagte Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Er bezog sich damit auf eine Äußerung von FDP-Chef Christian Lindner. Lindner hatte geschrieben, dass man von Kindern und Jugendlichen nicht erwarten könne, die Zusammenhänge der Klimakrise zu verstehen. Das sei eine Sache für Profis.

Die Forscher planen, den Umweltaktivisten ihre Stellungnahme am kommenden Freitag zu übergeben. Dann haben die Schüler zu weltweiten Protesten aufgerufen und wollen in rund 100 Ländern auf die Straße gehen, um sich für effektiven Klima- und Umweltschutz einzusetzen. Auch in Deutschland sind in etlichen Städten Schulstreiks und Demonstrationen geplant.

nil/dpa



insgesamt 72 Beiträge
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azorba 13.03.2019
1.
endlich gibt es mal wieder eine Generation die aufsteht!
spiegelchr 13.03.2019
2. Tolle Initiative - Weiter so!
Ich finde es großartig, dass die Kinder und Jugendlichen so engagieren und kämpfen. Und die Konservativen, Rechten und natürlich die Liberalen das irgendwie blöd finden. Geht es doch um ihre Pfründe.
madameping 13.03.2019
3. Demonstrieren ist die eine Sache
Und sie ist richtig. Aber jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen durch aktiven Umweltschutz. Der geht los mit Verzicht auf noch mehr Kinder (der Planet hat genug Menschen) über verantwortungsbewusste Nutzung der Ressourcen (z.B. man muss nicht das Bad mit Domestos putzen und Fleecejacken sollte es gar nicht geben, weil sie Mikroplastik enthalten) bis hin zum Verzicht auf Plastik. Die Liste ist noch viel weiter fortzusetzen, das hier sind nur Beispiele. JEDER kann seinen Teil dazu beitragen und er kann es JEDERZEIT tun.
amirarian 13.03.2019
4.
Ich war heute auch dabei ,sie haben uns nach außen begleitet weil wir laut und stark nach klimagerechtigkeit gefragt haben. Und greta war nicht eingeladen. Die Politiker selbst haben gesagt dass sie aus Angst Greta nicht dabei wollten.
AmyYma 13.03.2019
5. Diese bösen Kinder ...
... die immer nur egoisitisch an ihre (oder auch unsere) Zukunft denken ... Macht weiter so! Macht Durck!
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