Die eigenen Daten absichern So schützen Sie sich vor Hacks

Private E-Mails abgegriffen, Social-Media-Accounts geknackt? Jeder Internetnutzer kann zum Ziel krimineller Hacker werden. Zehn Tipps, wie Sie sich wappnen können.

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Noch ist unklar, woher die mitunter sehr privaten Daten stammen, die Unbekannte in den vergangenen Wochen über deutsche Politiker und Prominente ins Netz gestellt haben. In einigen Fällen scheinen private E-Mail-Adressen gehackt worden zu sein, in anderen Fällen wirkt das veröffentlichte Material, als sei es per Netzrecherche zusammengesammelt worden.

Klar ist aber: Die Veröffentlichung der Daten ist für die Betroffenen ärgerlich - und für Sie als Internetnutzer ein guter Anlass, kurz innezuhalten und sich zu fragen, wie gut Ihre eigenen Daten geschützt sind.

Grundsätzlich gilt zwar: Jedes System kann geknackt werden. Doch als umsichtiger Nutzer kann man es Angreifern zumindest erschweren, Schaden anzurichten. Wer leicht zu hacken ist, ist im Zweifel eben auch schnell gehackt.

Hier sind zehn Grundregeln für den Online-Alltag:

  • Benutzen Sie starke, lange Passwörter: Verwenden Sie nie Passphrasen wie "123456" oder "Passwort".

  • Verwenden Sie Ihre Passwörter nicht doppelt: Wird ein Dienst gehackt - und damit womöglich Ihr Passwort bekannt -, kann man Ihnen sonst auch woanders Daten abluchsen.

  • Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung: Stellen Sie Ihren E-Mail-Account und ihre Social-Media-Apps so ein, dass Sie den Login zusätzlich per Handy-App bestätigen müssen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

  • Prüfen Sie, ob es Hintertüren gibt, mit denen Kriminelle auch ohne Passwort in Ihre Accounts kommen. Oft sind etwa vermeintliche Sicherheitsfragen so unsicher, dass selbst Dritte sie beantworten können ("Wo wurden Sie geboren?"). In solchen Fällen hilft es, keine Antwort, sondern ein weiteres starkes Passwort einzutragen.

  • Seien Sie vorsichtig mit E-Mail-Anhängen: Ransomware wird gern über E-Mail-Anhänge eingeschleust, die sich als harmlose Word-Dokumente tarnen. Deaktivieren Sie deshalb die Makro-Funktion in Dokumenten, die Sie per E-Mail erhalten. Völlige Sicherheit gibt es aber nicht: Auch als "Drive-by", also beim Besuch einer Website, kann man sich Ransomware einfangen.

  • Machen Sie regelmäßig Back-ups - und passen Sie darauf auf: Wer Fotos und Arbeitsdokumente regelmäßig sichert, muss im Falle einer Attacke mit Ransomware nicht um seine Daten zittern. Bedenken sollte man aber auch: Auch ein Back-up kann entwendet werden - und wenn es dann noch unverschlüsselt ist, hat der Angreifer Ihre Daten.

  • Kommunizieren Sie verschlüsselt: Eine normale E-Mail sollten Sie für nicht viel sicherer halten als eine Postkarte. Anders ist das etwa bei Nachrichten, die per PGP Ende-zu-Ende verschlüsselt werden. Hier finden Sie eine Anleitung zum Einrichten. Einige Anwendungen wie der Facebook Messenger haben mittlerweile auch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an Bord, diese muss jedoch händisch aktiviert werden.

  • Aufpassen bei ungesicherten WLAN-Hotspots: In einem freien WLAN - zum Beispiel im Café - können Nebensitzer unter Umständen den Datenverkehr mitlesen, weil offene Netzwerke oft unverschlüsselt sind. Um ganz sicherzugehen, dass Ihre Daten nicht einfach abgefischt werden, hilft nur ein vertrauenswürdiges virtuelles privates Netzwerk, kurz VPN.

  • Installieren Sie die neuesten Updates: Das gilt für Computer- und Smartphone-Betriebssysteme, Ihren Browser, Office-Anwendungen und den Flash-Player. Malware-Programme nutzen häufig Sicherheitslücken in dieser Software aus. Auch ein Virenschutzprogramm hilft, Ihr System vor schon bekannten Schädlingen zu schützen.

  • Geben Sie Ihre Daten nicht überall an: Mit Fake-Websites versuchen Kriminelle, zum Beispiel Kontodaten abzugreifen. Achten Sie daher darauf, ob Sie wirklich immer auf der richtigen Website sind. Klicken Sie zum Beispiel lieber nicht auf Links zu Bankseiten, sondern tippen Sie deren Adressen selbst in den Browser ein. Klicken Sie Fehlermeldungen nicht ungelesen weg. Mehr zum Thema sicheres Onlinebanking steht hier.

  • Behalten Sie den Überblick: Wie viele Computer haben Sie zu Hause, welche Geräte hängen am Internet? Fernseher, Rauchmelder, Glühbirnen, vielleicht auch das Babyfon - all das kann angegriffen werden, wenn es internetfähig ist.

  • Diese Tipps zeigen: Auch ohne besondere Computerkenntnisse ist es möglich, die eigene Sicherheit zu erhöhen. In aller Regel geht ein Mehr an Sicherheit leider auch mit weniger Komfort für den Nutzer einher. Doch: Wer es sich selbst leicht macht, macht es meist auch Hackern leicht.
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Unsere zehn Ratschläge sind übrigens ein Auszug aus unserem Erklärstück "Endlich verständlich: Hacker". Seine Gesamtfassung, in der wir zum Beispiel noch laienfreundlich erklären, was Hacks oder Hacker überhaupt sind, finden Sie hier.

mbö



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