Lady Gaga über psychische Probleme "Wir müssen aufeinander aufpassen"

Ruhm und Reichtum schützen nicht vor psychischen Erkrankungen. Superstar Lady Gaga hat bei den Grammys darauf aufmerksam gemacht - und auch andere Stars platzierten Botschaften.

Lady Gaga, Jennifer Lopez, Alicia Keys, Michelle Obama und Jada Pinkett Smith
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Lady Gaga, Jennifer Lopez, Alicia Keys, Michelle Obama und Jada Pinkett Smith


Bei den Grammys in Los Angeles haben Prominente wie Überraschungsgast Michelle Obama mächtig Stimmung gemacht. Doch bei der Verleihung der wichtigsten US-Musikpreise ging es auch um ernstere Themen.

Lady Gaga und der Mut

"Ich bin stolz, Teil eines Films zu sein, der sich mit psychischen Erkrankungen befasst", sagte Lady Gaga auf der Bühne. "Viele Künstler haben damit zu kämpfen. Wir müssen aufeinander aufpassen. Wenn Sie jemanden sehen, dem es schlecht geht, schauen Sie nicht weg. Und wenn es Ihnen nicht gut geht, versuchen Sie, auch wenn es vielleicht schwer ist, den Mut zu finden, dem auf den Grund zu gehen", so die 32-Jährige.

Lady Gaga
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Lady Gaga

Man müsse jemand anderem von seinen Problemen erzählen und ihn daran teilhaben lassen, sagte die Künstlerin. Lady Gaga wurde unter anderem für ihren Song "Shallow" aus dem Musikfilm "A Star Is Born" als Komponistin sowie für ihr Gesangsduett mit Bradley Cooper geehrt. Letzteren Preis nahm Gaga alleine entgegen, denn Cooper besuchte die Bafta-Filmpreise in Großbritannien, die am gleichen Abend stattfanden. Er hatte "A Star Is Born" produziert und spielt mit Lady Gaga eine Huptrolle.

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Alicia Keys ungeschminkt

Zusammen mit Jada Pinkett Smith, Jennifer Lopez and Michelle Obama unterstützte Lady Gaga Moderatorin Alicia Keys. Die Soulsängerin legte wie ihre Kolleginnen bei dem Auftritt viel wert auf ihren Look - und erschien in gewagtem rotem Abendkleid. Eine Sache unterschied sie jedoch von den anderen Damen: Die 38-Jährige erschien erneut ohne sichtbares Make-up. "Ich habe nicht den Wunsch, zu der Art zurückzukehren, wie ich es früher gehandhabt habe", sagte Keys dem US-Magazin "People". "Ich möchte mich ausdrücken - und darum geht es."

Alicia Keys
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Alicia Keys

Auch später auf der Bühne, mit Kopftuch und tief ausgeschnittenem grünen Kleid, wirkte sie im Vergleich zu ihren Kolleginnen ungeschminkt. Bereits 2016 hatte Keys allzu dickem Make-up abgeschworen. Sie sei zu einem Chamäleon geworden, schrieb sie damals, es gehe darum man selbst zu sein. Sie sei es leid gewesen wie sehr Frauen "einer Gehirnwäsche unterzogen" würden und sich fühlten, "als müssten wir dünn oder sexy oder begehrenswert oder perfekt sein".

Joy Villas Stacheln

Als Sängerin ist Joy Villa vergleichsweise wenig bekannt, einen Grammy hat sie bislang nicht. Doch mit einem provokanten Kostüm hat die 32-Jährige bei der Preisverleihung wieder viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen - dieses Mal, indem sie für die umstrittenen Mauerbaupläne von US-Präsident Donald Trump warb. Das Outfit der Sängerin erinnerte an Stacheldraht und Zäune - und auf der Rückseite prangte der Slogan "Build that wall" (Baut diese Mauer"). "Daran glaube ich", sagte sie laut "Variety". In den Vorjahren hatte sie ihr Kleid etwa als Protest gegen Abtreibungen gestaltet.

Joy Villa
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Joy Villa

Politische Unterstützung erhielt Villa von Sänger Ricky Rebel, der in einer Jacke mit dem Schriftzug "Keep America Great again" auftrat und sich so für eine Wiederwahl Trumps 2020 einsetzte. Über prominente Kritik an diesen politischen Auftritten bei den Grammys ist bislang wenig bekannt, in den sozialen Netzwerken war die Empörung bei vielen jedoch groß. Die Designerin von Villas Kleid distanzierte sich indes nur wenig von der Künstlerin. In einem auf Instagram veröffentlichten Disclaimer heißt es lediglich, die Ansichten der Kunden entsprächen nicht notwendigerweise denen der Firma.

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