Scientology Über dieses Thema redet Frau Kidman nicht

Nicole Kidmans Stirn scheint eine Errungenschaft moderner Kosmetik, nichts vermag sie zum Runzeln zu bringen. BBC-Reporter Andrew Marr schaffte es trotzdem. Er wollte die Diva zum Thema Scientology befragen - sie reagierte ungehalten.

AFP

London - Nichts ist öder als die Audienzen, die Hollywood-Stars Reportern erteilen, wenn sie Werbung für einen neuen Film machen. Meistens kommt nichts Spannenderes dabei heraus als die immer gleichen Antworten auf die immer gleichen Fragen.

Der BBC-Journalist Andrew Marr hat mal was anderes probiert. Er wollte mit Nicole Kidman, die gerade Pressearbeit für ihren Kinofilm "Nine" macht, über ein tatsächlich interessantes Thema sprechen - ihre Haltung zu Scientology.

Das hätte ein aufschlussreicher Diskurs werden können, schließlich war die Katholikin Kidman von 1990 bis 2001 mit der Galionsfigur der obskuren Glaubensgemeinschaft, Tom Cruise, verheiratet. Man weiß nicht, welches Schweigegelübde Frau Kidman abgelegt hat - über Scientology wollte die Diva jedenfalls kein Wort verlieren.

"Es gibt ein Thema, über das Sie leider noch nie gesprochen haben", setzte Marr an.

"Es gibt viele Dinge, über die ich noch nie gesprochen habe", zwitscherte Kidman nervös und lachte aufgesetzt - offenbar bereits leicht alarmiert.

Marr: "Scientology."

Kidman schaut ihn mit weit aufgerissenen Augen an, das Lächeln gefriert in ihrem Gesicht.

Marr: "Viele sind der Meinung, Scientology ist ein Kult, der Menschen einschüchtert."

"Ich werde sicher nicht… Das ist nicht… ", stammelte Kidman, dann sammelte sie sich kurz und kanzelte Marr ab. "Ich bin hier, um Werbung zu machen für 'Nine'. Wenn ich hier wäre, um über mich zu sprechen, würde ich jetzt sagen, 'Los geht's', aber ich habe kein Interesse daran, das Thema zu diskutieren."

"Sie wollen nicht über Scientology sprechen?", hakte Marr nach. "Nein, ich spreche über 'Nine'", beharrte Kidmann.

Die BBC veröffentlichte den Mitschnitt auf ihrer Web-Seite.

pad



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