Kartellschäden Schlecker-Insolvenzverwalter scheitert mit Millionenklage

Jahre nach der Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker ist ihr Insolvenzverwalter mit einer Schadensersatzklage in Millionenhöhe gescheitert. Er hatte früheren Lieferanten vorgeworfen, sich abgesprochen zu haben.

Anton Schlecker (2.v.l) mit seiner Frau Christina (r) und seinen Kindern Meike (l) und Lars (2.v.r)
DPA

Anton Schlecker (2.v.l) mit seiner Frau Christina (r) und seinen Kindern Meike (l) und Lars (2.v.r)


Der Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker ist vor dem Frankfurter Landgericht mit einer Schadensersatzklage über 212 Millionen Euro gegen ehemalige Lieferanten gescheitert. Laut einer Gerichtssprecherin sei das Urteil den Parteien aber noch nicht zugestellt worden. Daher könne sie keine Gründe für die Ablehnung der Klage nennen. Zuvor hatte die "Lebensmittelzeitung" darüber berichtet.

Schlecker soll jahrelang zu viel für Süßwaren, Waschmittel und Drogerieartikel bezahlt haben. Konsumgüterhersteller sollen sich in mehreren Fällen abgesprochen haben. Deshalb verklagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz den Nivea-Hersteller Beiersdorf, das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline, den Schuhcremeproduzenten Erdal, den Rasierklingenhersteller Gillette, die Kosmetikfirma L'Oréal, den Parfümhersteller Coty sowie Procter & Gamble.

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz
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Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz

"Uns hat die Klageabweisung sehr überrascht. Wir warten jetzt die Urteilsbegründung ab und werden dann prüfen, ob wir Rechtsmittel einlegen", sagte Geiwitz' Rechtsanwalt Kai-Thorsten Zwecker der "Lebensmittelzeitung".

Das Bundeskartellamt und die EU-Kommission hatten die ehemaligen Schlecker-Lieferanten bereits vor der Insolvenz des Unternehmens im Januar 2012 der Preisabsprache für schuldig befunden. Gegen sie wurden Bußgelder verhängt.

Durch die Pleite von Schlecker verloren etwa 25.000 Menschen ihren Job. Die Gläubiger forderten etwa eine Milliarde Euro. Lesen Sie hier einen ausführlichen Artikel, wie Familie Schlecker vor der Insolvenz systematisch Geld beiseitegeschafft hat.

cop/dpa



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